Wahre Schau offenbart sich als Leben

Direkt, unmittelbar, frei von Reflexion.

Erleben, das als seine Welt lebt.

Keine Idee, anders sein zu können.

Nichts taucht vor sich als Etwas auf.

Niemand da – reines Erleben.

Nur der Mensch stellt sich ein Leben vor.

Ein Leben, dass er weder hat noch führt – sein Leben.

 

Der Mensch will sein eigenes Leben.

Er will sich und seine Lebenswirklichkeit selbst gestalten.

Und damit ist nichts verkehrt.

Verkehrt wird es dann,

wenn er weder erkennen noch sich eingestehen kann,

dass auf diese Weise fast all sein Leid entsteht.

Auf der Ebene von Gedanken,

die sich als seine Lebenswirklichkeit

empfinden und vergegenwärtigen ...

 

Die Welt hat sich dir nicht vorgestellt.

Sie hat nicht gesagt: Guten Tag, ich bin die Welt.

Sie erscheint sich gerade. In dir. Als du.

Das gilt es zu erkennen.

 

Hier eröffnet sich der Zugang zur wahren Reflexion,

zur intelligenten Schau.

Durchdringe deine Welt.

Dann wird sie sich entsprechend gestalten ...



Du stellst dir vorschnell eine andere Welt vor –

und damit ein anderes Selbsterleben.

Du träumst von einem anderen Ich. Das raubt dir die Kraft, klar und sinnvoll zu denken. Denn die Klarheit und der Sinn vermitteln sich in der stillen Schau und nicht auf der Ebene halbherzigen oder gar verzweifelten Wünschens. Auf diese Weise verliert sich die Kraft im Nirgendwo verwirrter Gedanken. Du verlierst dich an deine Gedanken, was dich hilflos macht. Damit wirst du zum Spielball willkürlicher Gefühle.

 

Dabei liegt der einzige Zugang zu der Welt, in der ich über die unbewusste, sich zwanghaft wiederholende Version meiner Selbst hinausfinden kann in der Schau. Wahre Reflexion kommt als reine Intelligenz zu sich. Sie projiziert nicht wild und verzweifelt in den Raum. Sie verliert sich nicht an hilflose Vorstellungen, sondern taucht immer tiefer in das Mysterium ein, dass als Leben zu sich kommt.

 

Der erste und eigentliche und damit wesentliche Schritt besteht in der schlichten und vollkommen offensichtlichen Einsicht: Ich weiß nicht! – Ich weiß nicht! Durch diese Einsicht eröffnet sich ein unendlicher Raum. Sie eröffnet der Intuition und dem wahren Verstehen das Tor in die Unendlichkeit deiner selbst.

 

Erkenne, dass du nicht weißt, wer du bist. Du weißt nicht einmal, wer du sein willst! Das ist ein riesengroßes Geschenk. Nichtwissen ist das Lösungsmittel, durch das eine ganz andere Welt zu dir kommen kann. Eine Welt, mit der du tanzt, die in dir tanzt, die durch dich tanzt und sich dir im eigenen Erleben direkt und ganz unmittelbar vermittelt. Das macht aus dir ein intuitives Wesen, dass sich inspirieren und nicht mehr gegen sich und die Welt anwünschen und anhoffen muss. Stelle dir diesen Tanz nicht vor. Träume ihn nicht. Erkenne dein Malbuch und leg es zur Seite.

 

Als intuitives Wesen bist du Jemand, der niemand mehr ist, weil er keine Geschichte(n) mehr braucht. Irgendwann kommt es dir nicht mehr in den Sinn, dich wieder und wieder nachzuerzählen. Darum schlafen wir abends ein und wachen morgens wieder auf.

 

Ein neuer Tag, nicht gestern, nicht morgen. Das ist es, was sich dir offenbaren kann: Du lebst. Wenn du dich nicht mehr an deine Vorstellungen verlierst, sie also nicht mehr auf deine Kosten leben, wirst du erleben, was das bedeutet …