Untrennbar Eins ...

 

„Ich bin“ erlebt sich als die Berührung

zwischen dem Relativen und dem Absoluten,

zwischen dem Körper und dem lebendigen Leben,

zwischen Materie und Geist.

 

In dieser Erkenntnis

verschmelzen der Wahrnehmende und das Wahrgenommene zu Wahrnehmung.

Dabei kommt niemand auf die Idee,

sich als Subjekt getrennt vom Objekt wahrzunehmen.

Vollkommene deckungsgleich mit sich selbst.

All-einheit.

 

Form und Formlosigkeit sind untrennbar eins.

Das Eine kann sich ohne das andere nicht verwirklichen.

Der Raum und das, was in ihm erscheint,

können sich nur auf der Ebene von Gedanken

getrennt voneinander zeigen.

Tatsächlich bedingen sie einander

wie das Ein- und Ausatmen.

 

Dualität ist in Wirklichkeit unteilbar Eins.

Sie ist der Herzschlag, der sich in jeder Brust vernimmt.

Sie bewirkt das kosmische Selbsterleben ...

 

Dualität existiert nur auf der Ebene von Gedanken,

weil Denken selbst eine Reflexion des Einen ist.

 


Dazu eine praktische Anschauung:

"Gib mir das Glas. Es steht auf dem Tisch." Zielsicher greife ich nach dem Glas und reiche es dir. Wie habe ich das gemacht? Diese Frage stellt sich dem Verstand für gewöhnlich nicht, weil es ganz einfach, das Glas von allem, was nicht dieses Glas ist zu unterscheiden. Ich habe absolut zielsicher danach gegriffen. Ich kann das Glas nicht nur von allen anderen Objekten unterscheiden, ich kann es überhaupt nur erkennen und nach ihm greifen, weil es von etwas umgeben ist, das selbst nicht hervortritt – von etwas, das wir Raum nennen. Das Kennzeichen des Raumes ist es, dass er selbst nicht in Erscheinung tritt und keinen Raum für sich in Anspruch nimmt.

 

Ein Objekt kann sich nur zeigen, weil es von etwas umgeben ist, das Raum bietet. Der Raum ist die objektive Abwesenheit, der deshalb gern übersehen wird. Er ist das nicht das Glas, nicht der Tisch - er ist weder auffindbar noch fassbar. In dieser Abwesenheit von Erscheinung zeigt sich das, was ich als Welt sehe, wahrnehme und erfahre.

 

Und was auf den „äußeren“ Raum zutrifft, gilt auch für den „inneren“ Raum. Soweit es den äußeren Raum betrifft, sehen wir belebte und unbelebte Objekte: den Tisch, das Glas, das Mittelmeer, den Himalaya, eine Ameise, einen Elefanten … Im inneren Raum zeigen sich die Objekte feinstofflicher. Hier erscheinen sie als mentale oder emotionale Inhalte, also als Vorstellungen, Erinnerungen, Gedanken, Vorahnungen etc. bzw. als Freude, Schmerz, Angst, Wut, Leichtigkeit etc.

Der Raum stellt sich in seiner Nichtauffindbarkeit nichts in den Weg. Er stellt sich als Erlebensraum zur Verfügung, ohne sich selbst zu erleben. Phänomene können sich nur deshalb zeigen bzw. erfahren werden, weil ihnen das Formlose in den Ausdruck verhilft. Dieser Raum, der allgegenwärtig ist, wartet darauf, von dir entdeckt zu werden. Er ist das Lösungsmittel, das von allen mentalen, emotionalen oder phänomenalen Überlagerungen befreit und damit den Zugang zu einer ganz unmittelbaren Welt eröffnet, die absolut beständig ist.

 

Einfach gesagt ist Raum die Qualität, die Raum lässt, statt Raum zu nehmen. Er gleicht der reinen Stille, die so still ist, dass sie alles passieren lässt. Er kann als das Unbewegte jeder Bewegung entdeckt und verwirklicht werden. Diese Entdeckung weist direkt auf das Unbeschreibliche hin, das nicht beschrieben werden kann …

 

 

Die Phänomenalität erscheint in der Noumenalität.

Das Nichtfassbare wird durch das Fassbare auf sich aufmerksam,

ohne dadurch begrenzt zu werden.

 

Das, was sich zu unterscheiden scheint,

ist in und als Wirklichkeit eins.

Das ist die Verwirklichung, die dich über die dir bekannte Form

von dir selbst und der Welt hinausfinden lässt.

 

Die Welt, die dir erscheint, ist lediglich eine Reflexion.

Sie macht einen Standpunkt klar.

Deinen ...