Daniel-2015-Ausschnitt3

Connection Artikel Juli 2015
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“Ich ohne mich”
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Noumenon1 kleiner

[Bücher, die es sonst nicht geben würde ...]

Play it loud!

Der Weltentsagung entsagen ...

Einst habe ich der Welt entsagt,
jetzt bin ich wieder in der Welt –
in Wirklichkeit zum ersten Mal.

Ich bin überhaupt zum ersten Mal als lebendiger Mensch lebendig.
Und vielleicht hat es dafür der Entsagung bedurft.
Vielleicht – ich weiß es nicht, und es ist auch vollkommen egal.

 

Lust auf mich selbst ...

Weißt Du wovon ich spreche, wenn ich sage, dass ich Lust auf „meine“ Lust habe?
Auf die Lust, die Lust ist?
Auf die Lust, die sagt, dass sie ist, warum ich eigentlich und in Wirklichkeit bin?
Auf die Lust, die mich immer wieder besiegt, weil sie letzten Endes stärker ist als alles, was ich bin?

Ich brauche – und ich meine genau dieses Wort – ich brauche ein Gegenüber,
das sich selbst nicht mehr zurückhalten kann und will.
Ein Gegenüber, das Hunger hat und dabei doch mehr ist, als nur ein stoffwechselndes Tier.
Ein Gegenüber, das sich nach dem Unerhörten sehnt.

Ich weiß nicht(s) mehr, schon lange nicht.
Und seit ich nicht(s) mehr weiß, regt sich in mir das Leben auf völlig ungeahnte Weise.

Es berauscht mich, es sehnt sich, es will.

Es ist ein Wollen, das keine Gegenwehr mehr kennt –
das ist es wohl, was ich erfahre:
Ein schamloses Wollen, das schamlos sein will.
Dieses Wollen sehnt sich danach, sich als das Unerhörte endlich selbst zu erhören.

Es will in Augen schauen und dabei spüren, dass es sich dieses Mal nicht mehr entkommen kann,
weil es nicht länger vorhat, sich tot zu stellen.

Das Leben ist um so vieles deutlicher, als ich es jemals sein könnte.
Es umschließt mich und  überwindet damit den Gedanken,
dass ich jemand bin, der ein eigenes Leben hat.
Es hat mich immer nur als Ausdruck des unbekannten Lebens gegeben.
Das ist meine Ekstase!
Es ist der Untergang, in dem ich aufgehe.
Es ist der Untergang, in dem ich als die Lust des Lebens zu mir komme.
Das ist kein Widerspruch!

Natürlich – ich könnte Angst davor haben, mich lächerlich zu machen.
Aber lächerlicher wäre es, sich vor der eigenen Preisgabe zu ängstigen.
Lieber bleibe ich unverstanden – unverstanden, aber im Unverstandensein treu bei der Lust,
weil die Lust wirklicher ist als alles, was ich zu sein behaupte.

Ich will nicht dich,
ich will mich.
Ich will nicht mich.
Ich will dich.
Ich will nicht dich und ich will nicht mich.

Ich will die eine und einzig wahre Lust, die das Leben ist.

Diese Lust lässt nichts unversucht,
um im geistig-sexuellen Wesen
als das geistig Sexuelle zu sich zu kommen.
Das ist es, was Bewusstsein letzten Endes bewirkt.
Und das ist es, was der Schöpfungsakt letzten Endes ist:
Lust auf sich selbst.
Die Lust auf diese Lust ...